Halbfinals der Damen-Play-offs im Blick
Play-off-Kracher im Tischtennis: Langstadt und Weinheim vor dem Halbfinal-Showdown
Die Play-offs in der 1. Bundesliga Damen beginnen direkt mit den Halbfinals. Vier Teams spielen an diesem Wochenende in Hin- und Rückspiel zwei Finalplätze aus: TSV Dachau 65 trifft auf TSV Langstadt, TTC 1946 Weinheim auf den Hauptrunden-Meister ttc berlin eastside. Die Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft 2026 sind für den 29. und 31. Mai angesetzt.
Dachau gegen Langstadt: Viele Hinweise auf ein offenes Halbfinale
Das Hinspiel zwischen TSV Dachau 65 und TSV Langstadt ist für Freitag (19 Uhr) in Dachau angesetzt, das Rückspiel folgt am Sonntag (16 Uhr) in Langstadt. Schon die jüngste Standortbestimmung spricht dafür, dass die Serie eng werden kann: Beide Teams trennten sich am vergangenen Samstag nach dreieinhalb Stunden remis.
Gerade der Verlauf dieser Partie liefert Argumente für eine offene Ausgangslage. Langstadt lag zwischenzeitlich 4:2 vorne, weil Sophia Klee und Lorena Morsch im hinteren Paarkreuz punkteten – gegen Koharu Itagaki beziehungsweise Dora Cosic. Im zweiten Durchgang gingen beide Einzel jedoch verloren. Für die Play-offs ist das ein Hinweis darauf, wie stark die Begegnung von Tagesform, Matchups und kleinen Schwankungen in einzelnen Duellen geprägt sein kann.
Dachau wird erneut mit einem eingespielten Quartett erwartet: Sabine Winter und Seoyoung Byun geben dem Team im vorderen Paarkreuz Stabilität, dahinter stehen mit Itagaki und Cosic zwei weitere Optionen, die das Niveau hochhalten. Langstadt setzt unter anderem auf Orawan Paranang, die in der Generalprobe zwei Siege holte.
Trainerin Anna Rauch ordnet die Aufgabe dennoch bewusst vorsichtig ein: „Orawan Paranang hat überragend gespielt und zwei Siege geholt. Gegen diese starken Gegner ist das jedoch keinesfalls eine Selbstverständlichkeit in den kommenden Play-off-Duellen. Es müssen also auch alle anderen Spielerinnen an ihre Leistungsgrenze gehen, wenn wir eine Chance haben wollen. Genug Selbstvertrauen haben wir auf jeden Fall. Wir freuen uns auf die Duelle mit Dachau.“
Ein weiterer Faktor kann die personelle Feinjustierung werden: Franziska Schreiner fehlte zuletzt auf der Bayern-Tour, Langstadt hätte damit eine zusätzliche Option.
Sportlicher Leiter Manfred Kämmer betont die Hürde: „Die Mannschaft von Dachau um ihren Star Sabine Winter ist ein ganz harter Brocken für unser Team.“
Insgesamt deutet vieles auf zwei umkämpfte Spiele hin, in denen die Favoritenrolle nicht klar verteilt ist.
Berlin gegen Weinheim: Meister der Hauptrunde gegen Außenseiter
Das zweite Halbfinale startet am Freitag (19.30 Uhr) mit dem Hinspiel in Weinheim, am Sonntag (13 Uhr) folgt das Rückspiel in Berlin. Es ist die Neuauflage der Meisterschafts-Endspiele der vergangenen drei Jahre – diesmal jedoch mit einer deutlich anderen Ausgangslage.
Der ttc berlin eastside geht als souveräner Hauptrunden-Meister in die Serie. Die Bilanz von 23:1 Zählern unterstreicht die Konstanz, zudem gewann Berlin den Pokal bereits im Januar in Kolbermoor – Finalgegner war Weinheim. Sportlich ist die Rollenverteilung damit klar: Berlin startet als Favorit in das Halbfinale.
Weinheim löste das Play-off-Ticket erst auf der Zielgeraden: Ein 6:0 in Weil brachte den Sprung unter die besten vier Teams. Manager Christian Säger formuliert die Perspektive entsprechend deutlich: „Wir sind krasser Außenseiter und werden völlig locker und frei aufspielen können. Unsere Fans sollen nochmals tolles Tischtennis sehen und wir werden dazu alles geben.“
Bei Berlin ist der Anspruch klar auf den Finaleinzug gerichtet. Manager Andreas Hain sagt: „Unser gesamtes Team trifft sich zur Vorbereitung bereits zwei Tage vor dem Spiel und wir werden hochkonzentriert und gerade gegen Weinheim auch hochmotiviert alles geben, um in das Finale zu kommen. Bei uns stehen alle einsatzberechtigten Spielerinnen zur Verfügung und wir werden dann kurzfristig entscheiden, wer spielen wird.“
Auf Weinheimer Seite bleibt die Aufstellung ein wichtiger Hebel. Beim entscheidenden 6:0 in Weil fehlte mit Chien Tung-Chuan die beste Spielerin; Kim Seongjin übernahm die Spitzenposition, Daria Trigolos spielte im hinteren Paarkreuz. Das verschafft Weinheim zusätzliche Optionen für das Halbfinale – ändert aber zunächst nichts daran, dass Berlin aufgrund der Saisonleistung als klarer Favorit in die Duelle geht.
Was im Halbfinale bei Gleichstand entscheidet: Golden Match mit hoher Fallhöhe
Die Halbfinals werden im Modus Hin- und Rückspiel ausgetragen. Gewinnt eine Mannschaft beide Partien, zieht sie direkt ins Finale ein. Steht es nach zwei Spielen unentschieden, folgt unmittelbar nach dem Rückspiel ein Golden Match.
Dieses Golden Match ist bewusst als Druckformat angelegt: Es werden zwei Doppel und vier Einzel gespielt (1 gegen 1, 2 gegen 2, 3 gegen 3 sowie 4 gegen 4). Jede Begegnung geht nur über einen Satz bis 11 Punkte – ohne Verlängerung. Sieger ist die Mannschaft, die zuerst vier Punkte holt. Steht es nach den sechs Spielen 3:3, entscheidet die Balldifferenz. Ist auch diese gleich, benennt jedes Team eine Spielerin; dann fällt die Entscheidung in einem einzigen Satz bis 6 Punkte, ebenfalls ohne Verlängerung.
Gerade im Duell zwischen Dachau und Langstadt erscheint dieses Szenario plausibel, weil schon die Generalprobe keinen Sieger hervorgebracht hat. Im Vergleich dazu wäre ein Golden Match zwischen Berlin und Weinheim angesichts der Hauptrunden-Dominanz der Berlinerinnen die größere Überraschung.
Die Finals um die Deutsche Meisterschaft 2026 sind für den 29. und 31. Mai angesetzt.

